Wochenfluss, Rückbildungsgymnastik, Babyblues, Hebammenhilfe, Geschlechtsverkehr und Bücher
Der Abschluss der Geburt ist die Lösung der Nachgeburt, die Ausstoßung des Mutterkuchens (Plazenta). Sie erfolgt cirka eine halbe Stunde nach der Geburt des Kindes unter kleineren Wehen. Erst dann ist die Geburt komplett beendet und die Zeit des Wochenbettes beginnt.
Wochenbett
Es dauert einige Zeit bis sich der Organismus der jungen Mutter nach der Geburt wieder völlig auf nicht schwanger umgestellt hat. Es gibt einige Veränderungen, sichtbare und unsichtbare im Körper der Mutter, in der Familie, in der Paarbeziehung.
Ähnlich wie bei Beginn der Schwangerschaft, zu den körperliche Veränderungen gehören:
Rückbildung der Gebärmutter
Wundheilung des Geburtsweges und der Gebärmutter (Sitz der Plazenta)
Die Gebärmutter bildet sich unter hormonellem Einfluss immer mehr zurück und es kommt zu Nachwehen, dieses kann sehr schmerzhaft sein.
Hier hilft
- ein warmes Kirschkernsäckchen oder
- eine Wärmflasche, die Sie sich in den Rücken legen
- auch Mittel aus der Naturkunde gibt es
- wenn es ganz schlimm ist, sind auch Medikamente möglich, sprechen Sie ihren Arzt oder ihre Hebamme an.
Beim Stillvorgang werden zusätzlich Hormone ausgeschüttet, um den Milchfluss zu unterstützen. Hier ist der Grund zu finden, warum sich bei stillenden Frauen die Gebärmutter schneller zurückbildet als bei nicht stillenden.
Da Wochenfluss sehr infektiös ist, es befinden sich viele Bakterien in ihm, müssen Sie jetzt streng auf hygienischen Maßnahmen achten. Desinfektionsmittel ist aber normal nicht notwendig. Das gilt im Übrigen auch für die Pflege der Brust. Sie ist als Wöchnerin empfindlich und kann sich leicht entzünden.
Die Rückbildung der durch die Schwangerschaft hervorgerufenen Veränderungen können mit Rückbildungsgymnastik sehr gut beeinflusst werden.
Gegen die schlappen Muskeln hilft die Rückbildungsgymnastik, aber Vorsicht! Nicht zu früh damit anfangen. Erste Anleitung findet bereits im Krankenhaus/Geburtshaus (Hebammen, Krankengymnastinnen) statt. Wochenbettübungen kann man gleich nach der Geburt beginnen, aber die Steigerung nach ca. sechs bis acht Wochen!!! Und nicht ohne Anleitung!
Der Schwerpunkt der Rückbildungsgymnastik ist natürlich das Training des Beckenbodens, aber auch die anderen Beckenmuskeln, Bauch, Beine und Po kommen nicht zu kurz.Auch evtl. folgenden Beckenbodenprobleme wie Senkungen und Inkontinenz kann auf diese Weise vorgebeugt werden. Entsprechende Kurse werden oft von der Krankenkasse bezahlt.
Kurse nach der Geburt werden von Hebammenpraxen, Geburtshäusern, Kliniken und Einrichtungen der Familienbildung angeboten, z.B.:
Rückbildungskurse - Beckenbodentraining - Yoga
PEKiP und Babymassage
Babyschwimmen
Stilltreff - Stillgruppe
Säuglingstragekurse
Hier haben Sie neben den Angeboten die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Müttern zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.
4-6 Wochen nach der Entbindung sollte die Frau nochmals ihren Frauenarzt aufsuchen. Er wird sie untersuchen und die Rückbildungsvorgänge sowie den Zustand der Brüste beurteilen. Letzteres ist sowohl wichtig, wenn die junge Mutter stillt, als auch dann, wenn sie abgestillt hat.
Das Wochenbett dauert sechs bis acht Wochen!! Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie noch nicht sehr belastbar sind, nicht pausenlos glücklich, und vielleicht auch noch heulen ohne zu wissen warum. In der ersten Zeit kommen Beschwerden dazu, man muss alles neu einordnen, hat einen völlig geänderten Tagesablauf und ist ewig müde.
Sind Sie mal egoistisch. Laden Sie Besuch wieder aus, wenn es zuviel wird. Schlafen Sie wann immer es möglich ist. Geben Sie Hausarbeit ab.
Viel wichtiger ist, dass Sie Ihre Kräfte einteilen, und nicht so tun, als wäre nichts gewesen. Es wird mit jedem Tag besser. Man bekommt Übung im Wickeln und der Babypflege. Zuerst dauert alles lange, aber mit der Zeit werden Sie Routine entwickeln. Ganz sicher!!! Lassen Sie Papa oder Oma mal mit dem Baby im Kinderwagen abschieben, und gönnen sich etwas für sich ganz allein.
Die erste Monatsblutung stellt sich dagegen noch später ein: Nach zwölf Wochen haben erst 33 Prozent der stillenden und 91 Prozent der nicht stillenden Frauen wieder die erste Regel.
Bei übelriechendem Wochenfluss
oder plötzlich auftretender starker Blutung
oder bei Fieber im Wochenbett
Suchen Sie Ihren Arzt auf!!!
Es ist möglich, dass Ihr Allgemeinbefinden einige Tage nach der Geburt so absackt, dass Sie sich nur noch lustlos, traurig und müde fühlen. Das heißt, dass Sie von der Wochenbettdepression oder auch dem so genannten „Babyblues“ eingeholt wurden. Diese Stimmung kann einige Tage anhalten. Im Allgemeinen verschwindet diese Stimmung nach einigen Tagen wieder, ohne Folgen zu hinterlassen.
Und wenn es doch mal schlimmer ist: Eine bundesweite Selbsthilfe-Organisation zur
Anspruch auf Hebammenhilfe, unabhängig davon, wo und wie Sie ihr Kind geboren hat diese Leistungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Hebammen werden sich um Ihr Wohlbefinden und das Ihres Kindes kümmern. Am meisten Unterstützung durch die Hebamme benötigen Mütter beim Beginn der Milchbildung und dem Aufbau einer guten Stillbeziehung. Die häufigsten Probleme sind wunde Brustwarzen, Milchstau und Milchmangel. Sie führen oft zum Zufüttern oder frühzeitigem Abstillen. Etwa 80% aller Stillprobleme können durch korrektes Anlegen und richtige Stillpositionen vermieden werden.
Ab wann ist Geschlechtsverkehr wieder möglich?
Nach etwa sechs Wochen, sobald der Wochenfluss versiegt ist, ist Geschlechtsverkehr möglich. Ärzte empfehlen, während des Wochenflusses wegen der Infektionsgefahr auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder auf jeden Fall ein Kondom zu benutzen. Bei vielen Paaren dauert es jedoch Monate, bis sie wieder miteinander schlafen. Oft findet zwar nach etwa sechs bis acht Wochen ein erster Versuch statt, der aber meistens so gründlich schief geht, dass zunächst einmal wieder für ein paar Wochen Schluss ist.
Sprechen Sie frühzeitig mit ihrem Arzt über die Empfängnisverhütung. Auch wenn Sie stillen, können sie erneut schwanger werden!