Die Schwangerschaft ist ein Wunderwerk der Natur. Nicht nur der Bauch wird dicker, auch das Gemüt der Frau schwankt von Tag zu Tag. Und wäre das nicht genug, hat die Schwangerschaft noch ein unangenehmes Mitbringsel im Schlepptau. Jede achte von zehn Frauen klagt über Übelkeit und Erbrechen. Als Mann könnte man meinen, bei solch komisch zusammengestellten Lebensmitteln, wie die berühmte Schokocreme mit Gewürzgurken, sei es kein Wunder, dass es der schwangeren Frau schlecht gehe. Das wäre natürlich die einfachste Erklärung der Schwangerschaftsübelkeit.
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Obwohl niemand ganz genau sagen kann, warum man entweder nur morgens oder den ganzen Tag von einem unbehaglichen Gefühl geplagt ist, sich sogar Übergeben muss und man dadurch verständlicher Weise kein Hungergefühl hat, ist es doch eine Erleichterung sich von seinem Arzt des Vertrauens sagen zu lassen, das diese Reaktion des Körpers ganz normal ist.
Die Sorge, es sei ein schlechtes Zeichen, ist, ganz im Gegenteil, ein gutes Zeichen. Der Körper produziert somit ausreichend das Schwangerschaftshormon HCG, lateinisch Humanes Choriongonadotropin. Das Hormon wird im Körper während der Schwangerschaft in hohen Mengen produziert, und der Östrogen- Spiegel steigt ebenfalls an. Dieser Cocktail an erhöhten Hormonwerten kann mit hoher Wahrscheinlichkeit der Grund für das elendige Gefühl sein. Der Körper ist erst einmal schlichtweg überfordert mit der großen Umstellung. Das kann manche Frauen sogar um den Schlaf bringen, wobei man dann von der nächtlichen Übelkeit spricht. Durch diesen Schlafmangel ist man stressanfälliger und neigt schneller zu Depressionen. In den meisten Fällen setzt die Übelkeit in der fünften oder sechsten Schwangerschaftswoche ein und bessert sich etwa in der 14. Woche.
Manche Frauen müssen einige Wochen durchhalten und bei einigen anderen hält es sogar bis zu der Geburt an. Eines der schlimmsten und fast krankhaftesten Ausmaße der Schwangerschaftsübelkeit ist die Hyperemesis gravidarum. Damit ist eine extreme Art der Schwangerschaftsübelkeit gemeint, bei der man sich mehrmals am Tag übergeben muss und sogar an Gewicht verlieren kann. Wenn man kein Hungergefühl hat, nichts bei sich behalten kann und an Gewicht verliert, sollte man seinen Arzt oder die zuständige Hebamme informieren.
Im Gegensatz zur normalen Schwangerschaftsübelkeit, kann sich die Hyperemesis auf die Gesundheit der Mutter und des heran wachsenden Babys auswirken. Normalerweise sollte eine Schwangerschaftsübelkeit nicht gefährlich für das Baby werden, wenn man sich mit ausreichend viel Flüssigkeit versorgt und genug Essen bei sich behält. Sollte das nicht der Fall sein, wird der Frauenarzt eine Einweisung ins Krankenhaus veranlassen und so kann man sich und das Baby intravenös mit Flüssigkeit, Elektrolyte und Glukose versorgen lassen.
Doch, wie auch bei jeder Krankheit, kann man etwas gegen das Unbehagen und Erbrechen tun. So kann eine kleine Ernährungsumstellung Wunder wirken. Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsübelkeit merken ziemlich schnell, welche Speisen sie vertragen und welche nicht. Meidet man reichhaltige und deftige sowie scharf gewürzte, saure oder frittierte Speisen, so kann man zumindest den Magen beruhigen. Der Magen wird durch zu viel Fett nur unnötig belastet und bei einem erhöhten Magensäure- Spiegel während der Schwangerschaft, fördert man nur das Unwohlsein.
Auch viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind sehr sinnvoll. Dadurch ist ihr Magen nie leer. Auch ein leerer Magen kann Übelkeit auslösen. Nahrungsmittel, die reich an Proteinen und Kohlenhydraten sind, sind leicht verträglich und tragen so zu einer erheblichen Besserung bei.
Ein anderes und ebenfalls sinnvolles Hausmittel ist natürlich der Tee. Tee beruhigt den Magen und spendet Wärme, sowie Flüssigkeit. Am meisten Empfohlen wird Ingwertee oder auch Fenchel- und Kamillentee.
Ingwer wirkt gegen Schwangerenübelkeit. Würfeln Sie eine Scheibe frischen Ingwer und geben Sie eine Tasse heißes Wasser darüber. Lassen Sie den Tee etwa 5 Minuten ziehen. (Ingwer kann im Kühlschrank bis zu drei Monaten gelagert werden.)
Eine andere Art der alternativen Medizin ist die Akupressur. Man verwendet Akupressurbänder, die man in der Apotheke kaufen kann und an den Handgelenken getragen werden. Sie werden auch bei Seekrankheit eingesetzt und mindern die Übelkeit. Wenn nichts wirklich hilft, kann man sich unter anderem Vitamin B6 oder ein anderes Multivitaminpräparat gegen die Übelkeit von seinem Arzt verschreiben lassen. Das stärkt die Abwehrkräfte und unterstützt das Immunsystem.
Man sollte aber auf keinen Fall die Schwangerschaftsübelkeit unterschätzen oder sie ignorieren. Es ist, wenn sie extrem ausfällt, eine Krankheit. Darum sollte man allen Scham beiseite legen und sich im Notfall krank schreiben lassen. Denn auch bei allen Tipps und Tricks die man gegen die Übelkeit so hört und machen kann, so ist Entspannung und Ruhe doch der beste Weg, die Schwangerschaft stressfrei und sorgenlos genießen zu können.
Übermäßiges Schwangerschaftserbrechen – Hyperemesis gravidarum
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